Stimulierung

Was ist der Unterschied zwischen natürlichem Zyklus und IVF-Behandlung?

Normalerweise werden jeden Monat durchschnittlich etwa 20 Follikel (in denen Eizellen wachsen) in den Eierstöcken einer Frau hergestellt, aber nur eine der Eizellen reif wird und es kommt zur Ovulation. Bei IVF-Verfahren ist es erforderlich, dass dieser natürliche Prozess der dominanten Follikelauswahl unterdrückt wird und dass so viele reife Eizellen wie möglich in einem einzigen Zyklus gewonnen werden.

Bei der Verabreichung von Hormonen (Gonadotropine) bei der Stimulation (Gonadotropine) entwickelt sich in den Eierstöcken eine größere Anzahl an Follikeln. Der wachsenden Follikel produzieren Östrogene, die unter anderem den Anstieg des Lutropinhormospiegels (LH) bewirken, was im natürlichen Zyklus ermöglicht, dass die reifen Eizellen aus dem Eierstock freigegeben werden. Bei der Stimulation wird ein Medikament verabreicht, das die natürliche Ovulation verzögert und einen frühzeitigen Anstieg des LH-Spiegels verhindert.

Warum werden Kontrollen im Helios Sanatorium während der Stimulation mit Blutentnahme und Ultraschall durchgeführt und nicht anderswo?

Monitoring der Stimulation durch Bestimmung der Hormonwerte aus der Blutserum- und Ultraschalluntersuchung betrachten wir als einen absolut grundlegenden und notwendigen Schritt. Solche Kontrollen werden in der Regel 3-4 Mal während der Stimulation durchgeführt, normalerweise mindestens am 5., 8. und 11. Tag. Auf der einen Seite geht es um das Erreichen einer Entnahme von einer angemessenen Menge an Eizellen, auf der anderen Seite geht es um die Bemühung, einer übermäßigen Reaktion (Hyperreaktion) entgegenzuwirken, was sich durch Schmerzhaftigkeit, eine deutliche Vergrößerung der Eierstöcke und die Bildung von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle (OHSS – ovarielle Hyperstimulationssyndrom) äußert. Von dieser Hyperreaktion sind vor allem Frauen unter 30 und Frauen mit dem sogenannten PCO-Syndrom betroffen.

Die durchgeführten Untersuchungen (nicht einmal die wiederholten) haben keine Nebenwirkungen weder auf die Eizellen noch auf die Embryonen im frühen Stadium der Schwangerschaft hervorgerufen.

Sind diese Kontrollen wirklich notwendig? Was ist, wenn die Patienten nicht aus Brünn kommen?

Obwohl es für den Patienten weniger bequem ist als eine Stimulation ohne Kontrollen, ist es nötig sich den Kontrollen zeitlich anzupassen. Wir wissen, wie nützlich diese Kontrollen sind. Dies wird auch durch unsere mehr als 25-jährige Erfahrung bestätigt. Jede Frau reagiert anders auf Stimulation. Und damit das Ergebnis so gut wie möglich ist – so viele hochwertige und reife Eizellen wie möglich – ist es notwendig, die individuelle Reaktion zu überwachen und die Stimulation entsprechend effektiv zu leiten.

Wenn die Patientin nicht aus Brünn kommt und Ihr Frauenarzt bereit ist, Ultraschalluntersuchungen und Blutproben durchzuführen, können die ersten Untersuchungen extern durchgeführt werden. Die Patientin ruft dann nur die Koordinatorinnen an oder sendet das Ergebnis der Kontrolle in einer E-Mail. Nach der Auswertung der Ergebnisse durch einen Arzt erhält sie Anweisungen zum weiteren Vorgehen.

Wie lange dauert die Stimulation?

Nach unserer Erfahrung sollte die Stimulation mindestens 12 Tage dauern. Die Eizellentnahme wird dann für den 14. Tag geplant. Wenn die Follikel langsamer oder ungleichmäßiger wachsen, kann die Stimulation verlängert werden. Der Eisprung (Eizellenreifung) wird durch eine Injektion von Choriongonadotropin (hCG) induziert, die ungefähr 32 bis 36 Stunden vor der geplanten Eizellentnahme verabreicht werden muss.

Welche Hormonpräparate werden verwendet?

Wir verwenden nur Hormonpräparate, die FSH und LH kombinieren. In Ausnahmefällen, wenn eine Frau höhere LH-Werte (PCO) hat, ist es möglich, das Präparat nur mit FSH zu verwenden. Gleichzeitig überwachen wir jedoch weiterhin die FSH-, LH- und E2-Werte während der Stimulation und fügen bei Bedarf LH hinzu.

Über Beginn, Dauer und Art der Stimulation entscheidet der Arzt anhand des Hormonprofils, der individuellen Reaktion, des Alters und des Gewichts des Patienten.

Die Verabreichung von hormonellen Präparaten erschöpft nicht frühzeitig den Vorrat an Eizellen in den Eierstöcken der Frau, sie verhindert lediglich die natürliche Degeneration und die Auswahl eines dominanten Follikels. Laut der gegenwärtigen Erkenntnisse hat sie nicht einmal negative Folgen für den Organismus.

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